von: Gunther von Hagens
Schon seit Jahren beschäftige ich mich mit der Plastination von Tieren. So präparierte ich bereits vor einigen Jahren neben einigen kleineren Lebewesen auch Großtiere wie ein Pferd (2000), ein Kamel und einen Gorilla (2003). Insbesondere Großtiere verlangen meine gesamte Kreativität. Je größer sie sind, desto größer ist die anatomische und technologische Herausforderung. Bei Riesen wie dem Elefanten entdeckte selbst ich viel Neues. Denn die Großtiere werden von meinem Team und mir mit einer bisher nicht gekannten Detailgenauigkeit und Sorgfältigkeit präpariert. Dabei fühle ich mich wie ein Forscher auf anatomischer Entdeckungsreise. So konnten wir beispielsweise sichtbar machen, dass die Innenseite der Giraffenhaut an den dunkel gefleckten Stellen stärker durchblutet ist als an den hellen Stellen. Dies konnte bislang noch nie so deutlich gezeigt werden, weil noch niemand zuvor eine ganze Giraffe mit Kontrast gebendem, bis in die Hautarterien vordringendem Kunststoff injiziert hat. Im Laufe der letzten Jahre sind so immer mehr interessante Tierplastinate entstanden. Doch erst der Tod von Elefantenkuh „Samba" wegen Herz-Kreislauf-Schwäche im Zoo Neunkirchen im Februar 2005 und die Fertigstellung dieses weltweit ersten Elefantenplastinats brachten mich auf die Idee, eine anatomische Tierausstellung vorzubereiten.  Drei Jahre dauerte die Fertigstellung von Elefantenkuh "Samba" (hier rechts im Bild). Mit der Bearbeitung der Elefantenkuh entsprach ich dem Wunsch von Neunkirchens Zoo-Direktor Dr. Norbert Fritsch, der den riesigen Körper dem Institut für Plastination übereignete und im Gegenzug dafür die Zusage zur Erstausstellung dieses riesigen Plastinats im Saarland erhielt. „Wir sind froh, dass unserer ‚Samba' die Entsorgung zu Tierfett erspart blieb und sie in buchstäblicher letzter Minute aus der Tierkörperverwertungsanstalt gerettet wurde", so Dr. Fritsch. Deshalb zögerte er keinen Moment, mir auch den toten Körper der Elefantenkuh „Chiana" kostenlos zu überlassen, nachdem das Tier wegen eines Beinbruchs und Nierenversagens im April 2006 eingeschläfert werden musste. Schnell nahm damals die Idee zur ersten Tierausstellung in meinem Kopf konkrete Formen an. Schließlich entstand eine mit Kuratorin Dr. Angelina Whalley in Form und Zusammensetzung komplett neu konzipierte Tierausstellung - die KÖRPERWELTEN der Tiere! |