Gunther von Hagens und sein Team bei der Positionierung des Großplastinates "Scheuendes Pferd mit Reiter (2000) 1. Fixierung Zunächst wird der Verwesungsprozess gestoppt,
indem über die Arterien Formalin in den Körper injiziert wird. Es tötet
sämtliche Bakterien ab und verhindert durch chemische Prozesse den
Zerfall des Gewebes. Mit Pinzette, Skalpell und Schere werden dann Haut, Fett- und Bindegewebe entfernt und die einzelnen anatomsichen Strukturen freigelegt. 2. Entwässerung und Entfettung In
einem ersten Schritt werden das Körperwasser und lösliche Fette durch Einlegen in ein Lösungsbad (z. B. Azeton) herausgelöst. 3. Forcierte Imprägnierung Der zweite Austauschprozess ist der
zentrale Schritt in der Plastination. Hier wird das Azeton gegen
Reaktionskunststoff, z.B. Silikonkautschuk, ausgetauscht. Dazu wird das Präparat in eine Kunststofflösung eingelegt und in eine Vakuumkammer gestellt. Das Vakuum saugt das Azeton aus dem Präparat heraus und lässt den Kunststoff bis in die letzte Zelle eindringen. 4. Positionierung Im Anschluss an die Vakuumimprägnierung wird der Körper in die gewünschte Pose gebracht, jede einzelne anatomische Struktur korrekt positioniert und mit Hilfe von Drähten, Nadeln, Klammern und Schaumstoffblöcken fixiert. 5. Härtung In
einem letzten Schritt wird das Präparat gehärtet, je nach verwendetem Kunststoff mit Gas, Licht oder Wärme. Die Präparation und Plastination eines ganzen Körpers erfordert rund 1.500 Arbeitsstunden und ist meist nach einem Jahr abgeschlossen.
|