Der Plastinationsprozess

  1. Fixierung
    Der Verwesungsprozess wird gestoppt, indem über die Arterien Formalin in den Körper gepumpt wird.
  1. Präparation
    Mit Pinzette, Skalpell und Schere werden Haut, Fett- und Bindegewebe entfernt und die einzelnen anatomischen Strukturen freigelegt.
  1. Entwässerung und Entfettung
    Der Plastinationsprozess selbst basiert auf zwei Austauschprozessen. In einem ersten Schritt wird das Körperwasser, aus dem der menschliche Körper zu 70% besteht, durch ein Lösungsmittel, z.B. Aceton, ersetzt. Das Präparat wird dafür in ein eiskaltes Azetonbad gelegt, welches das Körperwasser nach und nach herauslöst. Anschließend wird das Acetonbad auf Raumtemperatur erwärmt, um die löslichen Fette aus dem Gewebe zu entfernen.
  1. Forcierte Imprägnierung
    Die forcierte Imprägnierung ist der zweite Austauschprozess und der zentrale Schritt in der Plastination. Hierbei wird das Azeton gegen Reaktionskunststoff, z.B. Silikonkautschuk, ausgetauscht. Dies geschieht in einer Vakuumkammer, die mit dem flüssigen Kunststoff gefüllt ist. Durch das Vakuum beginnt das im Präparat vorhandene Azeton zu sieden. Das aus dem Gewebe ausgasende Azeton wird abgesaugt, und der im Präparat entstehende Unterdruck sorgt für das Eindringen der Kunststofflösung bis in die letzte Zelle.               
  1. Positionierung
    Der Körper wird nun in die gewünschte Pose gebracht, jede einzelne anatomische Struktur korrekt positioniert und mit Hilfe von Drähten, Nadeln, Klammern und Schaumstoffblöcken fixiert.
  1. Gashärtung
    In einem letzten Schritt wird das Präparat gehärtet. Mit Silikon imprägnierte Präparate werden mit Hilfe eines speziellen Gases gehärtet. Für andere Kunststoffe, wie Polyester und Epoxidharze, wird Licht oder Wärme verwendet. Mit der Härtung ist der Plastinationsprozess abgeschlossen und das Präparat dauerhaft vor der Verwesung geschützt.